LTE- der neue Mobilfunkstandard

Was ist LTE?

Kaum dass UMTS nach langen Jahren den Massenmarkt erreicht hat, wird der Mobilfunkstandard schon von einem Nachfolger abgelöst – und zwar von LTE. LTE steht für “Long Term Evolution” und verspricht zweierlei. Zum einen soll das mobile Internet mehr Bandbreite erhalten, zum anderen sollen mit der Mobilfunktechnik auch all jene Gebiete mit Highspeed-Internet versorgt werden, die bislang noch keine DSL-Verfügbarkeit hatten.

Mobiles Internet benötigt Bandbreite

DSL VergleichWer bislang kein DSL hatte, darf sich auf Breitband freuen: LTE schließt die Versorgungslücken.

Die beliebten Surfsticks, mit denen man unkompliziert über Net- oder Notebook mobil surfen kann, und die schnelle Verbreitung von Smartphones – allen voran freilich das iPhone von Apple -, haben der lange mehr oder weniger unbeachteten UMTS-Technik zum Durchbruch verholfen. Man muss kein Prophet sein um zu wissen, dass der Bedarf an mobilen Internetdiensten weiter steigt; UMTS und die “Beschleuniger” HSDPA (schnellerer UMTS-Downstream) und HSUPA (schnellerer UMTS-Upstream) stoßen bei aufwändigen Anwendungen wie Videoübertragung oder Live-Streaming schon heute an ihre Grenzen. Und neue Techniken, die großes Datenvolumen erfordern – beispielsweise Videotelefonie – werden immer beliebter. Der Hunger nach Bandbreite ist also auch im mobilen Sektor ungestillt.

LTE soll Versorgungslücke mit DSL schließen

Zugleich bringt LTE aber nicht nur das mobile Internet “auf Touren”, sondern dient auch als Ersatz für den terrestrischen Internetzugang. Davon profitieren insbesondere Haushalte, die bislang noch keinen DSL- oder Kabelanschluss zur Verfügung gestellt bekommen haben und also von der Breitbandversorgung abgeschnitten sind. Diese Regionen beamen beim LTE-Ausbau sogar Vorfahrt gegenüber den Städten. Ziel ist weiterhin die bundesweite Einführung von Breitbandinternet – wobei “Breitband” ein dehnbarer Begriff ist, denn als “unterversorgt” gelten lediglich die Haushalte, die weniger als 1 Mbit/s DSL-Geschwindigkeit haben. Dass in Zeiten umfangreicher Online-Dienste 1 Mbit/s recht wenig sein kann, zeigt schon der Blick auf die derzeit möglichen Geschwindigkeiten: Über Kabel, LTE und Glasfaser surfen Kunden bereits mit 150 Mbit/s und mehr.

LTE: Mehr Speed ja, aber…

Auch LTE ist hier kein Heilsbringer, denn je mehr Anwender sich das Mobilfunknetz für Sprach- und Datenübertragung teilen, umso geringer wird der Übertragungsspeed. Hinzu kommen die üblichen “Mobilfunkmacken”: Im Keller ist die Übertragungsqualität schlechter als im Obergeschoss, mit einem großen Baum vorm Fenster ist die Übertragungsgeschwindigkeit schlechter als bei freier Sicht. Wie viel Speed LTE letztendlich wirklich bringt, muss man individuell ausprobieren – einen “echten” DSL- oder Kabelanschluss ersetzt der neue Standard aber nicht. Zwar ist LTE nicht mehr viel teurer als ein DSL-Tarife, jedoch bekommt man keine echten Flatrates, sondern nur Volumentarife, bei denen die Geschwindigkeit drastisch gedrosselt wird, sobald man das gebuchte Volumen erreicht hat.